Politikdidaktische Rekonstruktion und Bürgerbewusstsein

Eine exemplarische Aufarbeitung demokratiebezogener Vorstellungen

Autor/innen

  • Bastian Vajen Institut für Didaktik der Demokratie
  • Steve Kenner
  • Christoph Wolf
  • Dirk Lange

DOI:

https://doi.org/10.11576/hlz-2696

Schlagworte:

Politikdidaktische Rekonstruktion, Schüler*innenvorstellungen, Vorstellungssystem, Bürgerbewusstsein, Demokratie, Vorstellungen

Abstract

Als Politikdidaktische Rekonstruktion hat sich das Modell der Didaktischen Rekonstruktion auch im Diskurs der politikdidaktischen Vorstellungsforschung etabliert (Fischer & Lange, 2014). Durch die Normativität vieler erforschter Themengebiete wurde diese im politikdidaktischen Rahmen durch den Schritt der Zielklärung erweitert, der die Wertmaßstäbe unterrichtlicher Vorstel-lungsveränderungen reflektiert und den Beitrag der ausgewählten Bildungsinhalte zur Legitimation des politischen Lernens untersucht (Lange, 2010). Allerdings sind die Bezüge politikdidaktischer Forschungsarbeiten auf das Modell der Didaktischen Rekonstruktion und der diesem zugrunde liegenden Konzepte uneinheitlich. Dieser Beitrag stellt in diesem Zusammenhang das Modell der Politikdidaktischen Rekonstruktion und die hiermit verbundenen Bezugspunkte vor und geht auf die unterschiedlichen Ansätze und Themengebiete politikdidaktischer Forschung ein. Darüber hinaus wird eine Erweiterung im Bereich des Vorstellungsbegriffes in Anbindung an sozialpsychologische Theorien vorgeschlagen und das Konzept eines Vorstellungssystems eingeführt. Die theoretisch diskutierten Konzepte werden zudem anhand der Vorstellungen zweier Schüler*innen zum Thema Demokratie exemplarisch vorgestellt. Die Schüler*innen zeigen dabei in ihren Vorstellungen von Demokratie starke normative Konnotationen des Begriffes sowie eine enge Verknüpfung mit weiteren Konzepten. Während eine Schülerin Demokratie sehr positiv besetzt und als Mitwirkung in allen Lebensbereichen beschreibt, sieht ein anderer Schüler Demokratie vor allem durch wirtschaftliche Machtpositionen dominiert. Abschließend wird beschrieben, wie an der Leibniz Universität Hannover das methodische Konzept der Politikdidaktischen Rekonstruktion in das Lehrkonzept zum qualitativen Forschen in der politischen Bildung eingebunden wird.

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Veröffentlicht

2021-02-26