Lesen Lehramtsstudierende wissenschaftliche Evidenz anders als Lehrerbildner?

Autor/innen

  • Michael Rochnia Bergische Universität Wuppertal
  • Gino Casale Bergische Universität Wuppertal
  • Nina Jansen Bergische Universität Wuppertal
  • Svenja Rieser Bergische Universität Wuppertal
  • Kati Trempler Bergische Universität Wuppertal
  • Jennifer Streckel Bergische Universität Wuppertal

DOI:

https://doi.org/10.4119/hlz-3145

Schlagworte:

Adaptierte wissenschaftliche Texte, Eye Tracking, Lehrerbildung, Leseprozess

Abstract

Das Wissen über aktuelle bildungswissenschaftliche Erkenntnisse stellt einen zentralen Aspekt der professionellen Kompetenz von Lehrkräften dar. Die Vermittlung von bildungswissenschaftlicher Evidenz an Lehramtsstudierende ist somit eine wesentliche Herausforderung für die Lehrer*innenbildung. Adaptierte wissenschaftliche Artikel sind eine Möglichkeit, dieser Herausforderung zu begegnen. Die vorliegende explorative Studie analysiert das Potenzial adaptierter wissenschaftlicher Artikel zur Vermittlung von Evidenz aus den Bildungswissenschaften, indem die Leseprozesse von Studierenden des Lehramts (n = 5) und Lehrerbildner*innen (n = 5) mittels Eye Tracking verglichen werden. So soll geprüft werden, ob sich Studierende in ihrem Leseprozess von den Lehrerbilder*innen unterscheiden, um ausgehend davon hochschuldidaktische Implikationen für ein verbessertes Verständnis des Rezeptionsprozesses ableiten zu können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Leseprozess bei beiden Gruppen ähnlich verläuft, aber unterschiedliche Schwerpunkte aufweist. Lehrerbildner*innen lesen eher szientifisch, der Leseprozess von Studierenden kann als eher praxeologisch bezeichnet werden; allerdings bedürfen diese ersten explorativen Befunde weiterer empirischer Fundierung. Zukünftige Studien sollten ebenfalls prüfen, welcher Leseprozess zu einem effektiveren Wissensaufbau führt und durch welche hochschuldidaktischen Methoden sich effizientere Leseprozesse bei Lehramtsstudierenden fördern ließen.

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Veröffentlicht

2020-08-26

Ausgabe

Rubrik

Empirische Beiträge zu Grundlagen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen