Projektarbeit in inklusiven Settings - Lehramtsstudierende für Gemeinsames Lernen sensibilisieren

  • Christiane Ruberg TU Dortmund
  • Wibke Kleina TU Dortmund
Schlagworte: Inklusionsorientiere Lehrer_innenbildung, Professionalisierung, Schulpraktische Angebote, Projekt, Gemeinsames Lernen, Reflexion

Abstract

Eine inklusionsorientierte Lehrer_innenbildung zielt auf die Entwicklung professioneller Kompetenzen, die zu einem reflexiven, innovativen und situationsoffenen Handeln befähigen. Insbesondere theoretisch fundierte, Schulpraktische Angebote ermöglichen es den Studierenden, frühzeitig inklusive Settings zu erkunden und so die Ausbildung an den tatsächlichen Bedingungen von Lehrkräften auszurichten. Ausgehend von dem besonderen Potenzial Schulpraktischer Studien für diese Professionalisierungsziele beschreibt der Beitrag eine wiederholt durchgeführte Theorie-Praxis-Kooperation an der für ihre inklusive Lernkultur ausgezeichneten Matthias-Claudius-Gesamtschule in Bochum. Konkret wird ein Seminarkonzept vorgestellt, welches seit 2016 im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ in das reguläre bildungswissenschaftliche Angebotsportfolio der TU Dortmund implementiert ist. Lehramtsstudierende planen selbsttätig Projekttage zum Thema „Suchtprävention“, die anschließend in einem achten Jahrgang durchgeführt werden. Dabei sind die Studierenden des Regelschullehramtes häufig erstmalig im Setting des Gemeinsamen Lernens und werden daher gezielt auf die Beobachtung und Akzeptanz von Vielfalt vorbereitet. Sie werden zudem in der Planung von Seminar- und Klassenleitungen unterstützt und erhalten didaktische Hilfestellungen für adaptive Lernarrangements. So erfahren die Studierenden in einem bewertungsfreien Übungsraum, dass das durch Ungewissheiten geprägte Lehrer_innenhandeln auf verschiedene Handlungsoptionen zurückgreifen kann. Die geteilte Verantwortung der Studierenden sowie die Autonomie über Konzeption, Gestaltung und Durchführung erfordern ferner systematisch etablierte und angeleitete Reflexionsphasen sowie moderiertes Peerfeedback. Diese Methoden werden genutzt, um die Herausforderung der Inklusion gemeinsam einzufangen und um eine erfahrungsbasierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Professionalisierungsprozess zu ermöglichen. Neben der Bereitstellung von inhaltlichen, didaktischen und organisatorischen Anregungen für solche in Seminarkontexte eingebetteten Projekttage bietet der Beitrag Einblicke in die Erfahrungen und Kontextreflexionen der Teilnehmenden durch eine schriftliche studentische Auswertung sowie durch Auszüge einer...

Veröffentlicht
2019-11-18