Didaktische und methodische Ansätze zur Entwicklung der fachdidaktischen Inklusionskompetenz von angehenden Fremdsprachenlehrkräften

  • Carolyn Blume Leuphana Universität Lüneburg
  • David Gerlach Philipps-Universität Marburg
  • Bianca Roters Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule NRW
  • Torben Schmidt Leuphana Universität Lüneburg
Schlagworte: inklusiver Englischunterricht, sonderpädagogischer Förderbedarf, Hörbeeinträchtigung, Einstellungen von Lehrkräften, reflexive Lehrkräftebildung

Abstract

Zusammenfassung:  Im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung wurde im Projekt "Theorie- und Praxis-Verzahnung im ZZL-Netzwerk Lehrerbildung" ein fachdidaktisches Seminar zum Thema „Inklusiver Englischunterricht” mit Hilfe eines phasen- und institutionenübergreifenden Teams entwickelt, als Blended-Learning-Angebot erstmalig im Wintersemester 2017/2018 implementiert sowie wissenschaftlich begleitet. Ziel des Seminars ist es, bei angehenden Lehrkräften einerseits die Entwicklung von positiven Einstellungen hinsichtlich inklusiven Englischunterrichts unter Berücksichtigung der Fachspezifika zu fördern und andererseits die Reflexionskompetenz bezüglich fachdidaktischer Fragestellungen von Inklusion im Englischunterricht auszubilden.

In diesem Beitrag werden theoretische, didaktische und methodische Prinzipien des Seminars „Teaching in Inclusive English Settings“ vorgestellt. Anhand der beiden zusammenhängenden Seminarsitzungen zu den Themen der Hörbeeinträchtigung und des Co-Teachings wird exemplarisch verdeutlicht, wie im Sinne einer engen Theorie-Praxis-Verzahnung Studierende sich im Seminarkontext vertiefend mit einem konkreten Förderbedarf theoretisch auseinandersetzen, anhand eines realen Falls eines Schülers mit einer Hörbeeinträchtigung methodische Ansätze und authentische Materialien und Dokumente kennenlernen und reflektieren sowie durch den Bezug zum Thema Co-Teaching typische Verfahren der Zusammenarbeit von Englisch- und Förderlehrkraft am konkreten Beispiel analysieren und reflektieren. Das gewählte Seminarbeispiel soll illustrieren, wie durch den Einsatz von Methoden, die zunächst nur die Bedarfe von hörbeeinträchtigten Kindern zu berücksichtigen scheinen, für alle Schülerinnen und Schüler gewinnbringend sein können.

Nach der inhaltlichen Darstellung des Moduls werden die explorative Begleitforschung des Seminars skizziert und ausgewählte Ergebnisse präsentiert (Blume, Gerlach, Roters & Schmidt, 2018). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Lerninhalte und -methoden die Reflexionskompetenz sowie die Entwicklung von lernförderlichen Beliefs bzgl. des Fremdsprachenlernens positiv beeinflussen können.

Veröffentlicht
2019-11-18